Aufstockung bei einem Einfamilienhaus

Lahnstr. 22 in Zepernick

Besonderheit des im Jahr 1940 erbauten Bestandsgebäudes war der über die Jahre stetig gewachsene Baukörper und die daraus resultierende Mischbauweise verschiedener Epochen. Hinzu kam das gestiegene Anforderungsprofil infolge der Umnutzung vom Wochenendhaus zum ganzjährig bewohnten Einfamilienhaus. Mit dem neuen Eigentümer wurde nochmals zusätzlicher Wohnraum gewünscht. Diese Erweiterung des eingeschossigen Baukörpers wurde mit der Aufstockung eines neuen Dachgeschosses vom Ingenieurbüro Pitbau statisch und energetisch geplant.

Leistungen

  • baubegleitende Bestandsanalyse
  • Statik zur den Umbauarbeiten
  • Energieberatung gemäß Bafa
  • Wärmeschutznachweis
  • Energieausweises

Eckdaten

  • Umnutzung einer Laube zum EFH
  • Bestandsgebäude von 1940
  • stetig gewachsenes Bestandsgebäude
  • Aufstockung eines Dachgeschosses
  • energetische Sanierung

 

Abrissarbeiten

Für die geplante Aufstockung wurde zunächst die vorhandene Dachkonstruktion abgetragen und das Gebäude bis auf den Rohbau entkernt. In diesem Zusammenhang konnte der Bestand auf seine verbleibende Tragfähigkeit begutachtet und die Gründungssituation bewertet werden.

 

 

Bestandssanierung und Neubauarbeiten

Da Teilbereiche der Bestandsfundamente nicht den Regeln der Technik entsprachen wurden diese mit den Sanierungsarbeiten fachgerecht wiederhergestellt. Hierbei wurden die Mehrlasten infolge der Aufstockung berücksichtigt. Mängel und Schäden der Innen- und Außenwände wurden behoben sowie tragende Wände errichtet. Damit waren die Grundlagen für die neue Raumaufteilung im Erdgeschoss geschaffen und den Neubau der Fensterstürze, des umlaufenden Ringbalkens und somit zum neuen Dachgeschoss.

 

 

Zimmermannsarbeiten

Um die Eigenlast zum Dachgeschoss-Neubau möglichst gering zu halten wurde die weiteren Arbeiten in Leichtbauweise fortgesetzt. Die Erdgeschossdecke wurde als Holzbalkendecke verlegt und die Wände in Holzständerbauweise gestellt. Schließlich folgten die Zimmermannsarbeiten zur Dachgeschosskonstruktion mit raumerweiternder Gaube.

 

 

Innenausbau

Im Anschluss wurde das Gebäude wetterfest gemacht, d.h. das Dach gedeckt, die Fenster eingebaut und die Fassade geschlossen. Der neue Wohnraum im Dachgeschoss wurde gedämmt und die haustechnischen Anlagen installiert. Für den späteren Einbau der Lüftungsanlage wurden die Lüftungskanäle bereits vorinstalliert.

 

 

Energieberatung zur Konzeptfindung

Da der eingeschossige Bestand energetisch nicht mit dem zweigeschossigen Zielgebäude vergleichbar ist, wurde eine zweigeschossige Referenz berechnet. Dieses Referenzobjekt bildet den Bestand mit dem aufgestockten Neubau ab. Durch dieses Modellgebäude erhalten die zweigeschossigen Sanierungsvarianten eine vergleichbare Reverenz. Die drei Sanierungsvarianten unterscheiden sich im Umfang der Dämmmaßnahmen und in der Auswahl verschiedener haustechnischer Anlagen.

 

 

Die erste Variante hat die geringsten Investitionskosten und reduziert den Primärenergiebedarf um 37% gegenüber dem Modellgebäude. Eine weitere Senkung auf bis zu 51% wird mit der zweiten Variante erzielt, die zusätzlich eine Solaranlage zur Warmwasserunterstützung beinhaltet. Mit der dritten Variante (Erdwärmepumpe) wäre der Primärenergiebedarf auf bis zu 57% drosselbar bei ähnlichem Brennstoffverbrauch wie bei Variante 2. Durch die anfängliche Berechnung des Energiebedarfs vom Bestand konnte dieser mit der gewählten zweigeschossigen Ausführungsvariante verglichen werden und es stellte sich heraus, dass die Brennstoffkosten des sanierten, aufgestockten Gebäudes um 17% geringer als die des eingeschossigen Bestandgebäudes sind.

 

 

Qualitätsmanagement

Im Oktober 2011 wurde das Gebäude nach fünfjähriger Standzeit erneut untersucht. Die Mehrlasten infolge der Aufstockung wurden sicher in den Baugrund abgetragen, es sind keine Setzungsrisse festgestellt worden. Der berechnete Energiebedarf entspricht den tatsächlichen Verbrauchskosten von 22000kWh/a.

 

 

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