Wärmebrückennachweis
Wärmebrücken-Nachweis: „Energiefresser“ aufspüren und Heizkosten nachhaltig senken
Egal ob anspruchsvolles Energieeffizienzhaus, konventioneller Neubau oder kernsanierter Altbau: Die Wärmedämmung moderner Ein- und Mehrfamilienhäuser wird heutzutage immer besser. Gleichzeitig spielen Energieeffizienz und Wärmeschutz in Zeiten von Klimawandel, Energiewende und steigenden Heizkosten eine immer wichtigere Rolle.
Genau hier setzt der so genannte Wärmebrückennachweis an: Ein solcher Nachweis deckt verbliebene Schwachstellen auf und ermöglicht so maximale Energieeinsparungen. Im Rahmen des KfW-Antrags wird ein besseres Energieeffizienzhaus erreicht.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie der Wärmebrückennachweis Ihnen bei der Umsetzung Ihres Bauprojekts bzw. der Sanierung eines Dachgeschosses, Kellers oder eines kompletten Gebäudes behilflich sein kann. Außerdem erfahren Sie, was es bei der Berechnung von Wärmebrücken zu beachten gibt.
Wärmebrücken: Schwachstellen in Sachen Energieeffizienz
Von einer „Wärmebrücke“ wird gesprochen, wenn Bauteile der Thermischen Hülle aufgrund Ihrer Geometrie und materialspezifische Eigenschaften Wärme konzentriert zum Außenraum oder unbeheizten Raum abgibt. Typische „Wärmediebe“ finden sich etwa an Balkonen, Fensterlaibungen oder Wandanschlüssen.
Die Folgen: Höheren Heizkosten und, damit einhergehend, eine generell schlechtere Energiebilanz.Wärmebrücken vermeiden: Tipps für die Praxis
Aber nicht nur aus energetischer (mit der Psi-Wert-Berechnung), sondern auch aus gesundheitlicher und bautechnischer Sicht ist es ratsam, Wärmebrücken, so weit wie möglich, zu vermeiden. Denn neben dem Verlust von Wärme bildet sich hier immer wieder Kondenswasser, was wiederum zu Rissen, Ausblühungen und - im schlimmsten Fall - schwerwiegenden Schäden in der Baukonstruktion führen kann.
Dies wird mit dem Nachweis der fRsi-Wert-Berechnung überprüft.
Daher wird beim Wärmebrückennachweis zwischen der Berechnung des Psi-Wertes und des fRSi-Wertes unterschieden.
Folgende Maßnahmen helfen Ihnen dabei, Wärmebrücken in der Praxis, im wahrsten Sinne des Wortes, „einzudämmen“:
- Fenster- und Türanschlüsse optimieren: Dämmstreifen und spezielle Anschlussabdichtungen sorgen für lückenlose Übergänge zwischen Rahmen und Mauerwerk.
- Balkonanschlüsse isolieren: Wärmedämm-Verbundsysteme oder Stahldistanzhalter mit Unterbrechung (Isokörbe) verhindern Wärmeflucht an vulnerablen Stellen.
- Dach- und Wandanschlüsse abdichten: Kontinuierliche Dämmung mit mineralischen Materialien wie EPS oder Mineralwolle, um Lücken nahtlos zu schließen.
- Professionelle Thermografie nutzen: Eine Wärmebildkamera kann versteckte Brücken frühzeitig aufspüren, lange bevor Schäden entstehen.
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fRsi-Wert: Temperaturfaktor im Blick behalten
Der fRsi-Wert ist eine wichtige Kennzahl innerhalb der Bauphysik, anhand derer Sie erkennen können, wie stark die Temperatur an der inneren Bauteiloberfläche im Verhältnis zur Innen- und Außentemperatur abfällt. Vor diesem Hintergrund lässt sich wiederum beurteilten, ob an einer bestimmten Stelle ein (erhöhtes) Risiko für Tauwasser und Schimmel besteht.
Zur Berechnung des fRsi-Wertes wird die Temperatur an der Innenoberfläche eines Bauteils mit der Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außentemperatur ins Verhältnis gesetzt. Kritische Stellen, für die der fRsi-Wert üblicherweise ermittelt wird, sind zum Beispiel Fensterlaibungen oder Deckenauflager.
Was die einzelnen Werte aussagen:
- fRsi ≈ 0,70: Üblicher Mindestwert, um Schimmelbildung bei normalen Raumklimabedingungen zu vermeiden.
- fRsi > 0,80: Hinweis auf eine sehr gut gedämmte, thermisch günstige Anschlussausbildung.
- Rsi deutlich < 0,70: Deutlicher Hinweis auf eine Wärmebrücke mit erhöhtem Risiko für Tauwasser und Schimmel an der Innenoberfläche.
Um eine zuverlässige Aussage darüber treffen zu können, ob für eine bestimmten Stelle der bauphysikalische Nachweis erfüllt wird, ist es also sinnvoll, auch den fRsi-Wert zu berechnen. Aus diesem Grund ist der Wert für die Tauwasserfreiheit unter normierten Randbedingungen von enormer Bedeutung. Ein wichtiger Anwendungsfall ist der Einbau geförderter Fenster in einer ungedämmter Außenwand.
Hinweis: Wenn Sie einen Individuellen Sanierungsfahrplan von Pitbau Ingenieure erstellen lassen, erhalten Sie einen zusätzlichen Bonus. Das heißt, der maximale Förderbetrag wird erhöht!
Detaillierter Wärmebrückennachweis: Der fRsi-Wert als Schlüssel zu einer besseren Energiebilanz
Im Rahmen einer sorgfältigen Bauplanung ist ein Wärmebrückennachweis unabdingbar, um den Energieverbrauch, aber auch das Risiko für Schimmel und Bauschäden dauerhaft zu senken.
Die Vorteile einer Wärmebrückenberechnung auf einen Blick:
- Materialeinsparungen: Mit einem detaillierten Wärmebrückennachweis können unnötig hohe Dämmstärken und aufwendige Zusatzkonstruktionen an unkritischen Stellen vermieden werden.
- Höhere Energieeffizienzhausklassen: Durch den nachgewiesenen, geringeren Wärmeverlust an Anschlüssen fällt der berechnete Energiebedarf niedriger aus, wodurch sich höhere Effizienzstandards erreichen lassen.
- Schimmelschutz: Kritische Bereiche mit niedrigen Oberflächentemperaturen lassen sich so modifizieren, dass diese später weniger anfällig für Schimmelbildung sind.
- Bauschäden reduzieren: Verbesserte Anschlussdetails sorgen dafür, dass Feuchteschäden, Putzabplatzungen und Korrosion weniger häufig auftreten und Sanierungen seltener notwendig werden.
Ein detaillierter Wärmebrückennachweis macht somit nicht nur Problemstellen sichtbar, sondern schafft ebenfalls eine fundierte Grundlage für wirtschaftliche und bautechnisch sinnvolle Entscheidungen sowie für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), inklusive der Beantragung von Fördermitteln und Zuschüssen.
Ablauf: So entsteht ein detaillierter Wärmebrückennachweis
Für die Erstellung des Detaillierten Wärmebrückennachweises müssen zunächst alle relevanten Bauteildetaile erfasst und hinsichtlich ihres energetischen Einflusses bewertet werden, um die Psi-Werte zu berechnen. Anschließend erfolgt die Gewichtung über die Einflusslängen multipliziert mit den Psi-Werten und deren Summierung für die Ermittlung des Wärmebrückenfaktors. Dieser Wärmebrückenfaktor wird in der Wärmeschutzberechnung/-Bilanzierung genutzt. Gleichermaßen bietet der Detaillierte Wärmebrückennachweis aber auch die Grundlage zu den Optimierungen der Wärmebrücken im Einzelnen.
Typischer Ablauf in der Praxis:
1. Sichtung der Planunterlagen (Grundrisse, Schnitte, Detailzeichnungen) und Auswahl der wärmebrückenkritischen Bauteilanschlüsse.
2. Erfassung der verwendeten Materialien und Schichtaufbauten an den jeweiligen Bauteilen.
3. erechnung der Wärmebrückenkennwerte, optional auch die fRsi‑Werte, für die ausgewählten Bauteilanschlüsse.
4. Bewertung der Ergebnisse im Hinblick auf Energieverluste, Tauwasser- und Schimmelrisiko.
5. Ableitung von Optimierungsvorschlägen, zum Beispiel angepasste Dämmstärken oder geänderte Detailausbildungen.
6. Dokumentation der berechneten Wärmebrücken für den energetischen Nachweis sowie die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) sowie eventuell benötige Förderunterlagen.
Neben energetischen Aspekten sollten bei der Planung von Bau- und Sanierungsprojekten immer auch die Anforderungen aus Statik und Tragwerksplanung berücksichtigt werden.
Als erfahrene Energieberater und Experten für Mauerwerksbau, Stahlbetonbau und Holzbau übernehmen wir von Pitbau gerne die Ausarbeitung Ihres passgenauen Wärmebrückennachweises – von der Auswahl der relevanten Bauteilanschlüsse über die detaillierte Berechnung bis hin zur fertigen Dokumentation. Jetzt Projektanfrage stellen.
Kosten und Wirtschaftlichkeit: Wann lohnt sich der Wärmebrückennachweis?
Wie hoch die Kosten für einen Wärmebrückennachweis am Ende ausfallen, hängt vor allem von der Anzahl und Komplexität der zu berechnenden Bauteilanschlüsse ab. Für ein typisches Einfamilienhaus bleibt der finanzielle Aufwand meist überschaubar.
Gleichzeitig stehen den Kosten spürbare Vorteile gegenüber: reduzierte Wärmeverluste, bessere Chancen auf eine höhere Effizienzhausklasse und ein geringeres Risiko für Feuchte- und Schimmelschäden in kritischen Anschlussbereichen. Eine sorgfältige Wärmebrückenplanung verbessert außerdem die Jahresarbeitszahl von Wärmepumpen, weil geringere Wärmeverluste auch den nötigen Heizaufwand spürbar senken.
Da der Wärmebrückennachweis in der Regel als Teil der energetischen Fachplanung und Baubegleitung erfolgt, können die Kosten im Rahmen einschlägiger Förderprogramme – etwa der KfW‑Förderung oder der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – anteilig bis zu 50% bezuschusst werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch stets die Einbindung eines qualifizierten, gelisteten Experten für Energieeffizienz.
Unser Team unterstützt Sie nicht nur in Sachen Wärmebrückenberechnung. Vielmehr stehen wir Ihnen auch bei der Vorbereitung der Unterlagen für die Baugnehmigung und BEG-/ KfW-Förderanträge jederzeit beratend zur Seite. Jetzt Kontakt aufnehmen.
FAQ: Häufige Fragen zu Wärmebrücken und dem Detaillierten-Wärmebrückennachweis
Im Folgenden finden Sie Antworten auf häufige Fragen rund um die Berechnung von Wärmebrücken in Neubauten oder Bestandsgebäuden.
Weitere Informationen über uns und unsere Leistungen sowie aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich Energieberatung und Bauplanung finden Sie auf unseren Seiten. Zahlreiche Referenzen bieten zudem einen Einblick in bereits realisierte Projekte.
Was ist ein Wärmebrückennachweis und wofür wird er benötigt?
Ein „Wärmebrückennachweis“ dokumentiert die wärmetechnische Qualität von Bauteilanschlüssen und deren Einfluss auf den Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes. Er ist außerdem für die Erstellung von öffentlich-rechtlichen Wärmeschutznachweisen sowie Energieausweisen relevant und kann genutzt werden, um Schimmelbildung und Bauschäden vorzubeugen.
Wie hoch sind die Kosten für eine Wärmebrückenberechnung?
Die Kosten hängen vor allem von Anzahl und Komplexität der zu berechnenden Wärmebrückendetails ab. Im Neubau können das ca.25 Details sein, im Altbau deutlich mehr. Bei typischen Wohngebäuden sind die Kosten für den Wärmebrückennachweis im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich.
Was ist der fRsi-Wert und wie lässt sich die Kennzahl berechnen?
Der fRsi-Wert beschreibt das Verhältnis zwischen innerer Oberflächentemperatur am Bauteil und der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen. Er wird mithilfe zweidimensionaler oder dreidimensionaler Wärmebrückenberechnungen ermittelt und dient der Beurteilung von Tauwasser- und Schimmelrisiken.
Welche Angaben benötigt Pitbau für die Erstellung eines detaillierten Wärmebrückennachweises?
Erforderlich sind vollständige Planunterlagen (Grundrisse, Schnitte, Details), Bauteilaufbauten mit Schichtdicken und Materialien sowie Angaben zu Fenstern, Türen und Anbauten, wie z.B. Balkonen. Vermasste Details in der Qualität einer Ausführungsplanung des Architekten führen zu besseren bzw. genaueren Berechnungsergebnissen.
Fördermöglichkeiten: Kann ich mir die Wärmebrückenberechnung auch bezuschussen lassen?
Ja, im Rahmen der BEG-/KfW-Förderung können Leistungen der energetischen Fachplanung und Baubegleitung, einschließlich detaillierter Wärmebrückenberechnungen, anteilig bis zu 50% bezuschusst werden. Voraussetzung ist in der Regel die Einbindung eines gelisteten Energieeffizienz-Experten.