Serielle Sanierung
Serielles Sanieren: Bestandsgebäude nachhaltig und effizient modernisieren
In Deutschland bleibt die energetische Modernisierung des Gebäudebestands aktuell deutlich hinter dem eigentlichen Klimaschutzpotenzial zurück. Der Gebäudesektor verursacht rund ein Drittel der bundesweiten CO2-Emissionen, zugleich liegt die jährliche Sanierungsquote jedoch seit Jahren unter 1% (Stand: 2025). Entscheidend ist daher vor allem die Modernisierung der Millionen bislang unsanierten Bestandsgebäude. „Nachhaltig sanieren statt (ausschließlich) nachhaltig bauen“, lautet die Devise.
Die serielle Sanierung ist ein Verfahren, um Gebäude schnell, effizient und klimafreundlich zu modernisieren. Mit der Novelle der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) im Juli 2026 hat sie weiter an Bedeutung gewonnen.
Definition: Was ist serielles Sanieren?
Die serielle Sanierung ist ein Modernisierungsverfahren, das 2017 von der Deutschen Energie-Agentur (dena) ins Leben gerufen wurde. Das ursprünglich aus den Niederlanden stammende Konzept des „Energiesprungs“ (niederländisch: Energiesprong) verbindet Standardisierung, Digitalisierung und industrielle Vorfertigung miteinander: Bestandsgebäude werden mithilfe digital geplanter, passgenauer und industriell vorgefertigter Bauteile energetisch modernisiert. Fassaden-, Dach- und Haustechnikmodule entstehen zunächst unter kontrollierten Bedingungen im Werk und werden anschließend vor Ort montiert.
So ist es möglich, Bestandsgebäude innerhalb kurzer Zeit und zu vergleichsweise geringen Kosten energetisch aufzuwerten, um schließlich die Grundlage für einen klimaneutralen Energiestandard („NetZero“ oder „Effizienzhaus-40“) zu schaffen.

Klassische, serielle und modulare Sanierung direkten im Vergleich
Klassische, serielle und modulare Sanierungsverfahren unterscheiden sich vor allem in ihrem Fokus, dem Ablauf sowie ihren jeweiligen Vorteilen und Herausforderungen. Während konventionelle Maßnahmen schrittweise und individuell vor Ort umgesetzt werden, setzen serielle und modulare Ansätze auf die Verwendung industriell vorgefertigter Bauteile, die anschließend schnell am Gebäude montiert werden können.
| Konventionell | Modular | Seriell | |
|---|---|---|---|
| Fokus | Einzelmaßnahmen | Teilmodule | Ganzheitliche Modernisierung |
| Ablauf | Schrittweise vor Ort | Vorfertigung + Montage | Industrielle Vorfertigung |
| Vorteile | Flexibel, individuell | Gute Skalierbarkeit | Schnell, präzise, energieeffizient |
| Nachteile | Lange Bauzeiten, höhere Kostenrisiken | Begrenzte Individualität | Hoher Planungsaufwand |
Modulare und serielle Sanierung sind dabei keine Gegensätze. So kommen beim seriellen Sanieren ebenfalls modulare, miteinander kombinierbare Bauteile zum Einsatz, allerdings handelt es sich hierbei um einen standardisierten, wiederholbaren Prozess, der mit der digitalen Vermessung und Planung beginnt und mit der Montage der Module endet. Das Vorgehen kann dabei auch auf andere Gebäude übertragen werden, sodass sich mehrere Bestandsgebäude innerhalb derselben Zeitspanne modernisieren lassen.
Pro und Contra: Vor- und Nachteile der seriellen Sanierung
Die energetische Modernisierung von Bestandsgebäuden wird Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen, Wohnungseigentümergemeinschaften, aber auch Eigentümer von Gewerbe- und Nichtwohngebäuden in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen.
Steigende Energiepreise, verschärfte gesetzliche Anforderungen und ambitionierte Klimaziele erhöhen zum einen den Handlungsdruck auf die beteiligten Akteure. Gleichzeitig erschweren Fachkräftemangel, hohe Baukosten, sinkende Förderzuschüsse und begrenzte Kapazitäten im Bauwesen die Durchführung klassischer Sanierungsmaßnahmen.
Die serielle Sanierung setzt genau hier an und macht es möglich, Modernisierungsvorhaben trotz der schwierigen Rahmenbedingungen effizient und nachhaltig umzusetzen.
Welche Vorteile bietet serielles Sanieren?
Aus der standardisierten Planung und industriellen Vorfertigung ergeben sich mehrere Vorteile für die Umsetzung serieller Sanierungsprojekte. Diese betreffen sowohl den Ablauf der Modernisierung als auch die Qualität, Wirtschaftlichkeit und langfristige Entwicklung der Gebäude:
- Skalierbare und besser planbare Modernisierung: Serielle Sanierungskonzepte können auf mehrere Gebäude mit ähnlicher Bauweise übertragen werden. Planung und Bauteile müssen deshalb nicht für jedes Objekt vollständig neu entwickelt, sondern lediglich an den jeweiligen Bestand angepasst werden. Vor allem bei größeren Portfolios und Quartieren erleichtert das eine systematische Modernisierung und macht Zeit- und Kostenaufwand besser planbar.
- Entlastung angesichts des Fachkräftemangels: Durch die industrielle Vorfertigung verlagert sich ein großer Teil der Arbeiten von der Baustelle ins Werk. Vor Ort werden dadurch über einen kürzeren Zeitraum weniger Fachkräfte benötigt, und auch der Koordinationsaufwand zwischen den Gewerken sinkt.
- Kurze Bauzeiten und geringe Nutzerbelastung: Montagefertige Bauteile verkürzen die Arbeiten am Gebäude erheblich. Da vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente überwiegend von außen montiert werden, können Wohnungen und andere Nutzflächen häufig weiter genutzt werden.
- Gleichbleibende Qualität: Im Werk können die Bauteile unter kontrollierten und weitgehend witterungsunabhängigen Bedingungen gefertigt werden. Die festgelegten Produktionsabläufe erleichtern es, einzelne Arbeitsschritte zu überprüfen und mögliche Abweichungen frühzeitig zu korrigieren.
- Energieeinsparungen und Klimaschutz: Vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente verbessern die Dämmung und reduzieren dadurch auch den Wärmebedarf eines Gebäudes. Je nach Sanierungskonzept werden sie beispielsweise mit einer Wärmepumpe, einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung oder einer Photovoltaikanlage kombiniert. Dadurch sind Energieeinsparungen von bis zu 90 Prozent möglich.
Bei größeren Gebäudebeständen wirken sich die genannten Vorteile unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit aus: Verlässlichere Planungsabläufe, kürzere Bauzeiten und geringere Betriebskosten erhöhen die Investitionssicherheit. Der niedrigere Energieverbrauch und CO2-Ausstoß stärkt zugleich das ESG-Rating des Gebäudes und kann ermöglicht unter Umständen eine Finanzierung zu günstigeren Konditionen.
Indem Eigentümer energetische Anforderungen frühzeitig erfüllen, tragen sie außerdem maßgeblich zu einem langfristigen Werterhalt ihrer Immobilie bei.
Welche Gebäude eignen sich (nicht) für eine serielle Sanierung?
Wie effizient eine serielle Sanierung ausfällt, hängt unter anderem vom Gebäudetyp und der Gebäudestruktur ab. Insbesondere bei Mehrfamilienhäusern, Wohnquartieren sowie Gewerbegebäuden bietet der Ansatz Möglichkeiten, um umfangreiche Modernisierungsvorhaben wirtschaftlich und förderfähig umzusetzen und den CO2-Verbrauch spürbar zu reduzieren.
Besonders wirtschaftlich ist das Verfahren bei seriellen Bestandsbauten mit wiederkehrenden Grundrissen und einfacher Gebäudestruktur:
- standardisierte Mehrfamilienhäuser der Baujahre 1950 bis 1979
- Wohnanlagen mit mehreren baugleichen Gebäuden
- Wohnungsbestände von kommunalen und privaten Wohnungsunternehmen
- Genossenschaftlicher Wohnungsbau
- Verwaltungsgebäude
- Schulen und Bildungseinrichtungen
- Gewerbe- und Nichtwohngebäude mit hohem Energiebedarf
Rund 30 Prozent aller Mehrfamilienhäuser eignen sich für eine serielle Sanierung. Individuell gestaltete Einfamilienhäuser, denkmalgeschützte oder stark umgebaute Gebäude lassen sich dagegen oft nur eingeschränkt seriell sanieren.
Herausforderung und Grenzen der seriellen Sanierung
Trotz der Vorteile sind mit der seriellen Sanierung wirtschaftliche, technische und organisatorische Herausforderungen verbunden – selbst dann, wenn ein Gebäude für das Verfahren geeignet ist:
- Hohe Anfangsinvestitionen und Wirtschaftlichkeit im Einzelfall: Planung, Digitalisierung, etwa durch 3D-Laserscans, und Vorfertigung erfordern zunächst höhere Investitionen. Wirtschaftliche Vorteile entstehen häufig erst bei größeren Gebäudeportfolios oder wiederholbaren Gebäudetypen; bei kleinen Objekten können die Skaleneffekte der Vorfertigung verloren gehen. Daher erzielt nicht jedes seriell sanierte Gebäude die erwarteten Kostenvorteile.
- Planungs- und Vermessungsgenauigkeit: Da die Bauteile vorgefertigt werden, müssen Gebäudemaße sehr präzise erfasst werden. Fehler bei der Bestandsaufnahme können unter Umständen zu hohen Nacharbeitskosten führen. Um kostspielige Nacharbeiten zu vermeiden, sind eine sorgfältige Bestandsaufnahme sowie eine präzise Planung und Energieberatung unerlässlich.
- Technische Schnittstellen und Qualitätssicherung: Die Anbindung vorgefertigter Elemente an die bestehende Gebäudehülle erfordert eine hohe Ausführungsgenauigkeit. Mängel können unter anderem zu Wärmebrücken, Feuchtigkeitsproblemen oder Luftundichtigkeiten führen.
- Abhängigkeit von industriellen Lieferketten: Das serielle Sanieren setzt auf industriell vorgefertigte Bauteile und funktionierende Lieferketten. Verzögerungen bei der Produktion, Materialbeschaffung oder Auslieferung können sich, unmittelbar auf den Projektablauf auswirken, insbesondere dann, wenn hierfür nur einige wenige Anbieter zur Verfügung stehen.
- Fachkräftemangel und Qualifikation: Obwohl die Vorfertigung den Personalbedarf auf der Baustelle reduziert, sind qualifizierte Fachkräfte für digitale Planung, Produktion und Montage erforderlich. Schulungen und Weiterbildungen sind daher wichtig, um neue Planungswerkzeuge sicher einzusetzen und die vorgefertigten Elemente fachgerecht zu montieren.
- Akzeptanz bei Eigentümern und Mietern: Standardisierte Bauteile und sichtbare Veränderungen am Gebäude können als zu wenig individuell wahrgenommen werden und Vorbehalte auslösen. Eine frühzeitige, transparente Kommunikation und die Einbindung der Betroffenen helfen, Bedenken abzubauen und die Akzeptanz der Sanierung zu erhöhen.
- Klimabilanz und Ressourceneffizienz: Herstellung und Transport der vorgefertigten Elemente verursachen Emissionen und verbrauchen Rohstoffe. Gleichzeitig können eine präzise Planung und industrielle Fertigung Materialeinsatz, Verschnitt und Bauabfälle reduzieren. Wie ressourceneffizient die Sanierung ausfällt, hängt daher unter anderem von Materialwahl, Transportwegen, Lebensdauer und Recyclingfähigkeit der Bauteile ab.
- Regulatorische und rechtliche Herausforderungen:Baugenehmigungen und Bauanträge, Brandschutzauflagen und Förderbedingungen können die Standardisierung erschweren. Unterschiedliche regionale Vorschriften reduzieren teilweise die Effizienz des seriellen Ansatzes. Umso wichtiger ist es, sich hinsichtlich (bau-) rechtlicher Vorgaben und bei der Beantragung von Fördermitteln vorab professionell beraten zu lassen.
Angesichts dieser Herausforderungen ist eine frühzeitige und gewerkeübergreifende Planung entscheidend, um die technische Machbarkeit zu prüfen, Schnittstellen zuverlässig abzustimmen und mögliche Risiken bereits vor Beginn der Sanierung zu berücksichtigen.
Gerne steht Ihnen das Team der Pitbau Ingenieure GmbH hierbei beratend zur Seite. Gemeinsam entwickeln wir ein tragfähiges Sanierungskonzept, das alle relevanten technischen, wirtschaftlichen und förderrechtlichen Anforderungen Ihres Vorhabens berücksichtigt. Jetzt kontaktieren.

Gebäude nachhaltig modernisieren: Was kostet serielles Sanieren?
Die Kosten einer seriellen Sanierung variieren je nach Gebäudeart und -zustand, Sanierungsumfang, angestrebtem Effizienzstandard sowie den eingesetzten Bauteilen und technischen Systemen.
Einen groben Orientierungswert liefert die Evaluation 2025 des Kompetenzzentrums Serielles Sanieren der Deutschen Energie-Agentur (dena). Bei den untersuchten Projekten (überwiegend Mehrfamilienhäuser) lagen die Brutto-Projektkosten vor Förderung zwischen rund 1.200 und 2.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche; der Median betrug etwa 2.200 Euro pro Quadratmeter. Neuere Projekte ab 2023 lagen häufig unter 1.650 Euro pro Quadratmeter. Die Werte beziehen sich überwiegend auf umfassende Sanierungen zum Effizienzhausstandard 55 bzw. 40 („Energieeffizienzhaus“) und sind daher nicht unmittelbar auf jedes Modernisierungsvorhaben übertragbar.
Fördermöglichkeiten: Seriell sanieren – mit staatlicher Unterstützung
Für die serielle Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden stehen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Je nach Gebäudeart, angestrebtem Effizienzstandard, Antragsteller und konkretem Vorhaben können KfW-Kredite mit Tilgungszuschüssen beziehungsweise Zuschüsse für Kommunen, zusätzliche Boni sowie Fördermittel für die energetische Fachplanung und Baubegleitung in Anspruch genommen werden.
Mit der Novelle der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) im Juli 2026 wurden die Förderbedingungen für serielle Sanierungen umfassend angepasst. Die Änderungen betreffen sowohl die allgemeinen Voraussetzungen und Förderhöhen als auch die zusätzlichen Boni für besonders energieeffiziente, nachhaltige oder seriell umgesetzte Sanierungsvorhaben.
KfW-Kredite und (Tilgungs-) Zuschüsse
Welche Förderung für ein Sanierungsvorhaben infrage kommt, richtet sich vor allem nach dem Effizienzstandard, der durch die geplanten Maßnahmen erreicht werden soll. Für Wohn- und Nichtwohngebäude bietet die KfW zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen an, während Kommunen direkte Zuschüsse beantragen können. Seit dem 21. Juli 2026 fallen die regulären Tilgungszuschüsse in der Sanierungsförderung um zehn Prozentpunkte niedriger aus. Dadurch gewinnen Zusatzförderungen wie der SerSan-, der WPB- und der Nachhaltigkeitsbonus deutlich an Bedeutung.
SerSan: Bonus für serielle Sanierungen
Für umfassende serielle Sanierungen erhöht der SerSan-Bonus den Tilgungszuschuss des KfW-Förderkredits und verringert dadurch den zurückzuzahlenden Kreditbetrag.
Während der Bonus zuvor nur für Wohngebäude und die Effizienzstufen 55 und 40 vorgesehen war, umfasst die Förderung seit dem 21. Juli 2026 auch Nichtwohngebäude und Sanierungen auf den Standard 70 EE. Voraussetzung ist, dass werkseitig vorgefertigte Fassaden- oder Dachelemente eingesetzt werden und das Gebäude nach der Sanierung die geforderten Energiestandards erreicht. Für die neu einbezogene Effizienzstufe 70 EE beträgt der Bonus 5 Prozentpunkte; bei den Effizienzstufen 55 und 40 sind weiterhin bis zu 15 Prozentpunkte möglich.
Die erweiterten Förderbedingungen gelten für Anträge, die seit dem 24. September 2026 gestellt werden.
Bonus der Nachhaltigkeitsklasse
Zusätzliche Fördermöglichkeiten bestehen außerdem für Sanierungsvorhaben, die besondere Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Seit dem 21. Juli 2026 genügt für den Bonus der Nachhaltigkeitsklasse eine Lebenszyklusanalyse (LCA); das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist nicht mehr zwingend erforderlich. Der Bonus beträgt 5 Prozentpunkte und kann im Rahmen der geltenden Förderbedingungen mit weiteren Boni kombiniert werden.
Worst-Performing-Building-Bonus
Handelt es sich bei dem zu sanierenden Objekt um ein besonders ineffizientes Gebäude, kann darüber hinaus der Worst-Performing-Building-Bonus (WPB-Bonus) in Anspruch genommen werden. Er erhöht die Förderung um 10 Prozentpunkte und kann zusammen mit der Nachhaltigkeitsklasse und mit dem Bonus für serielle Sanierungen beantragt werden.
Kombinationsmöglichkeiten und Fördergrenzen
Basisförderung und Zusatzboni lassen sich abhängig von Effizienzstufe, Gebäudeart und Ausgangszustand miteinander kombinieren. Die Übersicht zeigt, welche Höchstwerte erreicht werden können, wenn sämtliche Voraussetzungen der jeweils genannten Boni erfüllt sind:
| Effizienzstandard | Mögliche Zusatzboni | Max. Tilgungszuschuss | Max. Zuschuss für Kommunen |
|---|---|---|---|
| Denkmal | NH: 5 % | 5 % | 10 % |
| Effizienzhaus 85 | NH: 5 % | 0 % | 10 % |
| EH/EG 70 | NH: 5 % + WPB: 10 % + SerSan: 5 % | 0 % | 15 % |
| EH/EG 55 | NH: 5 % + WPB: 10 % + SerSan: 15 % | 5 % | 20 % |
| EH/EG 40 | NH: 5 % + WPB: 10 % + SerSan: 15 % | 10 % | 25 % |
Die Höchstwerte gelten für Effizienzhaus- beziehungsweise Effizienzgebäude-Stufen mit NH-Klasse und ergeben sich aus der jeweiligen Basisförderung und den aufgeführten Boni. Der ursprüngliche EE-Bonus entfällt und wird prinzipiell bei alle Effizienzhaus-Stufen vorausgesetzt. Für Kommunen tritt der direkte Zuschuss an die Stelle des Tilgungszuschusses. Die Boni werden nur berücksichtigt, wenn das Vorhaben die jeweiligen Anforderungen erfüllt; EH bezeichnet den Effizienzhausstandard für Wohngebäude, EG den Effizienzgebäudestandard für Nichtwohngebäude.
Förderung für Fachplanung und Baubegleitung
Ergänzend zu den Krediten, Zuschüssen und Boni fördert die BEG auch die energetische Fachplanung und Baubegleitung bzw. die Begleitung von Sanierungsprojekten. Dafür werden 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben bis zu den jeweils geltenden Höchstgrenzen übernommen. Die Förderung umfasst unter anderem die energetische Planung, die Erstellung der erforderlichen Nachweise sowie die fachliche Begleitung der Umsetzung. So können der angestrebte Effizienzstandard und mögliche Bonuskombinationen bereits bei der Planung berücksichtigt und die Fördervoraussetzungen besser eingehalten werden.
Mit unserer langjährigen Expertise unterstützen die Pitbau-Energieberater Sie bei Ihrem geplanten Sanierungsvorhaben, von der Auswahl geeigneter Fördermittel bis hin zur Vorbereitung Ihres KfW-Antrags. Jetzt Projektanfrage stellen.
Digital geplant, nachhaltig modernisiert: Ablauf einer seriellen Sanierung
Damit die vorgefertigten Bauteile passgenau am Bestandsgebäude montiert werden können, müssen Vermessung, Planung, Produktion und Ausführung eng aufeinander abgestimmt sein.
Von der Bestandsaufnahme bis zum abschließenden Monitoring gliedert sich der Prozess üblicherweise in fünf Schritte:
- Digitale Bestandsaufnahme: Mittels 3D-Laserscanning und digitaler Vermessung wird das Gebäude präzise erfasst. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für sämtliche weiteren Planungsschritte.
- Digitale Planung und BIM-Modellierung: Die Vermessungsdaten werden in ein digitales Gebäudemodell überführt. Darauf aufbauend werden die vorgefertigten Bauteile geplant und die wesentlichen Schnittstellen zwischen Gebäudehülle und Haustechnik abgestimmt.
- Industrielle Vorfertigung: Die Fassaden-, Dach- und Technikmodule werden unter kontrollierten Produktionsbedingungen industriell vorgefertigt. Bereits in dieser Phase können Fenster, Dämmung, Lüftungssysteme oder Photovoltaik-Komponenten integriert werden.
- Schnelle Montage vor Ort: Die vorgefertigten Elemente werden angeliefert und innerhalb kurzer Zeit hochpräzise montiert. In vielen Fällen kann das Gebäude währenddessen weiterhin genutzt oder bewohnt werden.
- Inbetriebnahme und Monitoring: Nach Abschluss der Arbeiten werden die technischen Systeme in Betrieb genommen. Mithilfe digitalen Monitorings können die geplanten Energieeinsparungen kontinuierlich dokumentiert werden.
Wie eine serielle Sanierung in der Praxis aussehen kann, zeigt unser erfolgreich realisiertes Projekt in der Zerbster Straße 80–84 in Berlin. Das fünfgeschossige Mehrfamilienhaus mit 30 Wohneinheiten wurde im Rahmen eines Pilotprojekts nach dem Energiesprong-Prinzip modernisiert.
Durch den Einsatz vorgefertigter Fassadenmodule, die Ertüchtigung des Daches, neue Fenster, Luft-Wasser-Wärmepumpen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und eine Photovoltaikanlage erreichte das Gebäude heute den Standard „Effizienzhaus 40 EE“.
Noch Fragen? Sprechen Sie uns an, um mehr über uns und unsere Leistungen im Bereich des seriellen Sanierens zu erfahren. Jetzt Kontakt aufnehmen.
FAQ: Häufige Fragen rund um die serielle Sanierung
Im Folgenden haben wir einige häufig gestellte Fragen zum seriellen Sanieren von Gebäuden für Sie zusammengetragen.
Was ist serielles Sanieren?
Beim seriellen Sanieren werden Bestandsgebäude mithilfe digital geplanter und industriell vorgefertigter Fassaden-, Dach- und Technikmodule energetisch modernisiert. Nach der digitalen Vermessung werden die Elemente passgenau im Werk gefertigt und anschließend am Gebäude montiert. Der standardisierte Prozess verkürzt die Arbeiten vor Ort und lässt sich besonders gut auf mehrere Gebäude mit ähnlicher Bauweise übertragen.
Welche Vor- und Nachteile hat serielles Sanieren?
Zu den wichtigsten Vorteilen zählen kurze Montagezeiten, eine geringere Belastung der Gebäudenutzer und eine gleichbleibende Fertigungsqualität. Wiederholbare Lösungen erleichtern zudem die Modernisierung größerer Bestände und können den Personalbedarf auf der Baustelle reduzieren. Dem stehen ein hoher Planungs- und Vermessungsaufwand, höhere Anfangsinvestitionen sowie technische Anforderungen an Anschlüsse und Schnittstellen gegenüber. Besonders wirtschaftlich ist das Verfahren daher bei Gebäuden mit einfacher Struktur und wiederkehrenden Grundrissen.
Was ist serielles Sanieren der Fassade – und welche Gebäudeteile lassen sich noch seriell sanieren?
Bei der seriellen Fassadensanierung werden industriell vorgefertigte Elemente passgenau vor der bestehenden Außenwand montiert. Sie können bereits Dämmung, Fenster, Sonnenschutz oder Lüftungskomponenten enthalten. Nach demselben Prinzip lassen sich Dachflächen mit vorgefertigten Dachelementen sanieren; auch das darunterliegende Dachgeschoss kann in die energetische Sanierung einbezogen werden.
Wie hoch sind die Kosten für serielles Sanieren?
Für eine umfassende serielle Sanierung ist je nach Gebäude und Maßnahmenumfang mit etwa 1.200 bis 2.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu rechnen. Die tatsächlichen Kosten hängen vor allem vom Zustand des Gebäudes, dem angestrebten Effizienzstandard und der eingesetzten Gebäudetechnik ab.
Was ist der Bonus für serielles Sanieren und wie kann ich entsprechende Fördermittel beantragen?
Der SerSan-Bonus ist ein zusätzlicher Tilgungszuschuss innerhalb der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Er beträgt 5 Prozentpunkte bei Sanierungen auf die Effizienzstufe 70 EE und bis zu 15 Prozentpunkte bei den Effizienzstufen 55 und 40. Voraussetzung sind unter anderem digital geplante, werkseitig vorgefertigte Fassaden- oder Dachelemente und das Erreichen der geforderten Effizienzstufe. Für den Antrag wird zunächst eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte eingebunden; anschließend wird der KfW-Förderkredit einschließlich des Bonus vor Beginn des Vorhabens über einen Finanzierungspartner beantragt.